Zurück in die Kolonie
Ich kann nicht sterben! Selbst meine Seele ist mutiert.
Ich sehe meines Lebens Rest - den Leib im Staub von Blut verschmiert.
Doch das Ende bleibt verwährt, denn etwas hat mich auserwählt.
Der Tod selbst schenkt mir seine Gunst, macht mich zu seinem Handwerkszeug,
schickt mich in die Kolonie und sagt mir was zu tun sein wird.
Wie Lazarus werd’ ich wiederkehren und anführen der kranken Heer.
In einem Waldstück find’ ich ihn - den Wirt, der meiner Seele würdig.
Ein starker Leib - krebsresistent - wird bald mein eigenen Fleisch und Blut.
Ich dringe ein in seinen Geist - ein kurzer Kampf - er unterliegt.
Und wieder hebt sich meine Brust - mein neues Fleisch gen Osten zieht.
Überall brennen die Feuer - der Leichen-Widerschein erhellt die Nacht.
Und die in denen Leben schlummert schließen sich an dem neuen Weg.
Schon bald wächst an das Heer Anzahl - vom Tod gezeichnet, vom Tod geführt.
Der Weg bringt uns zu jenen Städten wo schon die letzten Negativen warten.
Bald fallen schreiend ihre Reihen - der Boden färbt sich dunkelrot.
Einzig Blut und nackter Wahnsinn - Verkünder einer neuen Welt!
Ich werd’ nicht ruhen, niemals rasten bis auch der letzte Negative fällt.
Lass sie meine Waffen kosten - dann erst ist der Plan erfüllt.
Zwölf Jahre sind seit dem vergangen - die Welt ist endlich menschenleer.
Nunmehr laichen ihre Bewohner und auch die zerfallen alsbald.
Und so liegt es nun an mir - meine zweite Existenz neigt sich dem Ende.
Ich knüpf’ mir selbst die letzte Schlinge, die meinen Nacken brechen wird. (x 3)
(Eisregen - Zurück in die Kolonie)
Oh, welch graziös und vor Intelligenz triefend ausgelebte Textkunst, die nichts geringeres als die Selbstheilung von Krebs beschreibt bzw. dessen Heilung durch die parasitäre Besetzung einer pflanzlichen Lebensform und anschließender mentaler Reinigung von längst vergangener von Menschen verursachter Schmerzen.
Bei der Pflanze (sinnvollerweise ein massiver Baum) selbst werden möglicherweise harmersche Herde entstehen, wobei ich der Meinung bin, dass das nicht zwangsweise das Ende der Pflanze bedeuten muss.
Zweifel sollte man dabei nicht haben, sondern jene Sicherheit empfinden, die einem ein Arzt bei der Überreichung eines Medikamentes gibt.
Es gibt allerdings auch keinen Grund zum Zweifel, denn der Mensch ist ein Geschöpf der Natur (vergisst er zwischen all dem Plastik und diversen bürokratischen Unfreundlichkeiten ja mal gerne).
Der Beitrag wurde am Freitag, den 12. September 2008 um 13:23 Uhr veröffentlicht und wurde unter Großzitate, Licht, Innere Freiheit abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

