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Kommentar zum offenen Brief der Musikindustrie an die Bundeskanzlerin

Der Brief sowie die zugehörige Pressemitteilung sind in einem Heise-Artikel zu lesen.

Mein Kommentar dazu: Blah!

Alles Leute, die sowieso genug Geld haben. Ich weiß echt nicht, wieso die sich so in die Hosen machen - “Raub”kopien sind doch die beste Werbung.

Hier die Liste der “Künstler”, die bei mir jetzt ordentlich verschissen (nachträgliche Anmerkung vom 6. Mai: das habe ich etwas übertrieben formuliert) haben, denn für echte Kunst bekommt man zwar Geld, aber echte Kunst hat nichts mit Erpressung und Repression zu tun.

2raumwohnung, Daniel Acht, Fatih Akin, Götz Alsmann, Stefan Arndt,
Bob Arnz, Uli Aselmann, Andreas Auth, Lutz Bandte, Wolf Bauer,
Claudia Baumhöver, BAP, Dr. h. c. Wolfgang Beck, Christian Becker,
Oliver Berben, Christoph Biemann, Julia Boehme, Claus Boje, Ranja
Bonalana, Dr. Jörg Bong, Prof. Dr. Heinrich Breloer, Silke Brix, Till
Brönner, Burkhard Brozat, Prof. Christan Bruhn, Francesco Bruletti,
Anni Brunner, Detlev Buck, Sven Burgermeister, Leander Carell, Yvonne
Catterfield, Roger Cicero, Culcha Candela, Jakob Claussen, Caroline
Daube, Samy Deluxe, Renan Demirkan, Joy Denalane, Helmut Dietl, Die
Labbese, DJ Ötzi, Klaus Doldinger, Bernd Eichinger, EL’KE, Peter
Eõtvõs, Jörg Evers, Dieter Falk, Dr. Wolfgang Ferchl, Alex Fischer,
Helene Fischer, Uschi Flacke, Julia Franck, Egon L. Frauenberger,
Amelie Fried, Molly von Fürsternberg, Joseline Gassen-Hesse, Hans W.
Geissendörfer, Bijan Ghawami, Dr. Peter Gölitz, Urlich Granseyer,
Herbert Grönemeyer, Ludwig Güttler, Till Hagen, Martin Hagemann,
Kirsten Hager, Klaus Hanslbauer, Titus Häussermann, Peter Heppner,
Max Herre, Gerd Hesse, Sabine Hirler, Mischa Hofmann, Dr. G.-Jürgen
Hogrefe, Höhner, Dr. Gottfried Honnefelder, Klaus Humann, Viola
Jäger, Christoph John, Juli, Udo Jürgens, Dr. Joachim Kaps, Ewa
Karlstroem, Andreas Langenscheidt, Toni Kater, Joachim Kaufmann,
Georg Kessler, Dietrich zu Klampen, Klaus & Klaus, Alexander Klaws,
Patrick Knippel, Astrid Kollex, René Kollo, Meike Kordes, Harals
Kügler, Mickie Krause, Joachim Król, Michael Krüger, Dieter Thomas
Kuhn, Peter Lackner, LaFee, Prof. Ulrich Limmer, Udo Lindenberg,
Peter Lohmann, Annett Louisan, Peter Maffay, Manfred Mai, Martin May,
Helge Malchow, Marquess, Marc Marshall, Jens Meurer, Reinhard Mey,
Kari Meyer, MIA., Michael Mittermeier, Monrose, Martin Moszkowicz,
Christoph Müller, Nobelpenner, Oomph!, Margit Osterwold, Erich Öxler,
Wolfgang Pampel, Stefan Peters, Dr. Joerg Pfuhl, Thomas Quasthoff,
Rabaue, Karl-Klaus Rabe, Frank Ramond, Reamonn, Uschi Reich, Aribert
Reimann, Steffen Reuter, Revolverheld, Dr. Andreas Richter, Prof. Dr.
h. c. Wolfgang Rihm, Rosanna Rocci, Hilke Rosenboom, Ursula
Rosengart, Rosenstolz, Jenniger Rostock, Dr. Christian Rotta, Sasha,
Prof. Dr. Enjott Schneider, Philipp Schepmann, Schiller, Monika
Schlitzer, Jörn Schlönvoigt, Bernhard Schmid, Kim Oliver Schmidt, Dr.
Patricia Scholten, Walter scholz, Barbara Schöneberger, Atze
Schröder, Hermann Schulz, Dr. Susanne Schüssler, Jan Schütte, Til
Schweiger, Scooter, Seeed, Mark von Seydlitz, Rodion, Shchedrin,
Ralph Siegel, Söhne Mannheims, Martin Spencker, Tom Spieß, Dagmar
Stehle, Dr. Jörg D. Stiebner, ULrich Stiehm, Dr. Henning Stumpp,
Alexander Thies, Tokio Hotel, Imre Tõrõk, Judy Tossell, Matthias
Ulmer, Andreas Ulmke-Smeaton, Ulla Unseld-Berkéwicz, Philip Voges,
Prof. Lothar Voigtländer, Neele Vollmar, Dr. Ralf Weigand, Stefan
Waggershausen, Peter Wackel, Wagner Love, Joachim Weidler, Jan
Weiler, Max Wiedemann, Ursula Woerner, Johanna Wokalek, Sönke
Wortmann, Peter Zenk, Tom Zickler

Auf der anderen Seite muss man die Künstler aber auch in Schutz nehmen, denn die sind höchstwahrscheinlich vertraglich dazu verpflichtet, so einen unmenschlichen Dreck zu unterschreiben. Die wahren Übeltäter sind die Plattenfirmen - die Major-Labels - die die Künstler zur Prostitution zwingen.

Aber es ist sowieso nur meine Meinung.

Und so will die Musikindustrie letztendlich doch von der maßgeblich von ihnen durchgesetzten Vorratsdatenspeicherung profitieren.

Zur Chefsache sollte es gemacht werden, dass Menschen am Rand der Existenz um ein wenig Leben außerhalb der Angst betteln müssen und nicht dass ein paar wenigen “Künstlern” (die mit Einzug in ihre dekadenten Kreisen schon lange keine mehr sind, die die Augen für das Elend offen hätten) etwas Gewinn ausbleibt.

Die größten Künstler sind die, die abgestoßen von der Gesellschaft auf der Straße leben und nicht die, die mit Providern als Hilfspolizisten und Staatsanwälten im Gepäck auf arme Familien los gehen.

Oh und noch was: ich habe Respekt vor dem Schutz geistigen Eigentums - schließlich gilt man als “Raub”kopierer ja schnell als Schwerstkrimineller, aber ich habe keinen Respekt vor “geistigem Eigentum”, denn die Quelle der Kreativität sowie daraus entstandenes Wissen gehört der ganzen Tierheit.

Ich möchte das Leben und Überleben von jedem einzelnen der 6,7 Milliarden Künstler genauso gesichert sehen, aber definitiv nicht so, dass jemand auf großem Fuß auf Kosten kaputter Rücken lebt.

Die Content-Mafia kann mich mal dort küssen, wo die Sonne nicht scheint. Und irgendwie denke ich, dass ich damit überhaupt nicht alleine, sondern in der Mehrheit bin.

“Langfristig wird so die kulturelle und kreative Vielfalt in unserem Land abnehmen und wir verspielen eine unserer wichtigsten Zukunftsressourcen.”
LÜGE! Gerade die “Raub”kopiererei bewirkt, dass diese kreative Vielfalt auch jene erreicht, die sich es eben NICHT leisten könnten. Und dazu muss man auch sagen, dass wirklich gute Werke gerade dann erst Recht gekauft werden, wenn man sich von der Qualität überzeugt hat. Unabhängig vom Geld ist es doch so, dass aus der vielfältigen Kultur noch vielfältigere Kultur entsteht, lässt sich der ein oder andere doch von dem und den Werk inspirieren (ohne zu kopieren) oder wird von Kind an dadurch geprägt.
Die einzigen, die da Angst um ihre Zukunftsresourcen haben, ist die Musikindustrie, denn ihr Geschäftsmodell funktioniert nicht mehr. Da hilft es auch nicht mehr viel, mit der Medienlandschaft verflochten zu sein. Die Musikindustrie tut da doch äußerst scheinheilig. Sollten sie das Geld, das sie in ihre Anwaltsmaschinerie stecken, doch lieber den Künstlern geben.

Nochmal: das Problem ist nicht die Piraterie, sondern dass die Leute keine Kohle dafür haben!

Ich dachte, die Musikindustrie hätte (nach viel zu langer Zeit) endlich entsprechende Plattformen eingerichtet, aber offenbar kommen die nicht so an, wie sie sich das wünschen, also wird wieder auf Repression gebaut. Bisschen rumgejammert “och uns geht es doch soooooo schlecht *am champagne schlürf* da müssen wir was machen… wir könnten doch… ach wir haben doch die große Koalition… hol doch mal die schwarzen Koffer… ah sehr schön…. so… Herr Sch… wir haben da doch die Angst vor dem Terror im Land… reden Sie das noch nen Bisschen groß und dann kriegen wir die Speicherung der Daten schon hin und mit den neuen BKA-Befugnissen können wir dann gleich internieren, sobald jemand was runterlädt… wenn sich der Stress etwas gelegt hat, bringen wir das nochmal an die Öffentlichkeit.. medienwirksam direkt an die Kanzlerin und von prominenten Künstlern unterschrieben….”

“Öl des 21. Jahrhunderts”… soso… also geht es wirklich nur um Geld und nicht um Kunst.

“…schaut der Staat bisher nahezu unbeteiligt zu” ach, seid getröstet… das macht der immer, wenn es den Leuten schlecht geht *duck*

Zum Schluss muss ich noch erwähnen, dass es mir besonders auffällt, wie dieser offene Brief aufgemacht ist. Besonders reißerische Passagen sind im größeren Schriftgrad und fett gedruckt, damit unsere vielbeschäftigten Abgeordneten, Journalisten und der Ja-sagende Bürger nicht mal alles lesen und schon gar nicht denken müssen.

Ich wäre übrigens für einen Tag des Antikapitalismus, Tag der sozialen Gerechtigkeit, Tag der Abschaffung des Abmahnwesen, Tag der Obdachlosen, Tag des Pöbels, Tag des Wir-setzen-Ideen-des-Pöbels-um, Tag des Wir-hören-verhungernden-Minderheiten-zu, Tag der Raubkopie, ….

Noch was: was muss ich lesen? Samy Deluxe? Was zum..? Zitat aus dem aktuellen Lied “Dynamit!” von ihm (bzw. Dynamite Deluxe):

tut mir den Gefallen und kauft die LP
oder klaut die LP
rrrrippt oder brrrrrennt oder downloaded sie

Um die Kids dann danach zu catchen oder was? Jaja man gewöhnt sich schnell ans Geld, was? Nein schon klar, hast viele soziale Projekte und deine Musik hat vielen geholfen - aber sowas? Die Fans, die es sich nicht leisten können, die Musik aber trotzdem gerne hören, verliert ihr damit.

Und in ein paar Jahren, wenn der Sozialstaat noch weiter abgebaut ist, interessiert sich keine Sau mehr für euch.

Ein schönes Lied zum Thema ist auch “Was ist härter” von Jammin*Inc.

Nachtrag vom 02. Mai 2008:

Warum es “geistiges Eigentum” nicht gibt, ist in einem Artikel auf rette-sich-wer-kann.com ganz gut dargestellt.


Der Beitrag wurde am Freitag, den 25. April 2008 um 01:02 Uhr veröffentlicht und wurde unter Mundwerk abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

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